Schicke Winterreifenfelgen aufzuziehen und trotz 20 Grad am vergangenen Donnerstag Tee mit Rum zu trinken, läßt mich ja noch vergnügt in die Zukunft blicken...
Und trotzdem kommt er so langsam um die Ecke: Dieser Winter! Er fängt bekanntlicherweise immer damit an, dass es eigentlich dunkel ist. Am Morgen, wenn ich aus dem Haus gehe und erst recht am Abend, wenn ich dahin zurückkehre. Und wer auch immer für die zwischenzeitlichen Hochtemperaturen verantwortlich ist, er führt mich an der Nase herum! Da helfen für mein persönliches Wohlgefühl, auch keine kurzfristig wieder herbei geschafften Sonnen-Bierbänke außen in der Brez'n...
Als erstes spüre ich den Winter immer in der Nase. Zumindest seit sechs Jahren. Seitdem ist mein Arbeitsort die Kleinstadt Ismaning, ein bißchen nördlich von München. Und immer, wenn es dort unmenschlich nach Odel stinkt, beginnt der Winter. In der nächsten Stufe kommt der Nebel und dann der Schnee. Ohne den aufkeimenden Tourismus in Ismaning untergraben zu wollen, nach Odel stinkt es in allen drei Stufen des Winters. Der Nebel ist schon da...
Aus der Stadt rauszufahren, mitten rein in den Nebel, dafür sollte es eigentlich Gefahrenzulage geben. Gibt es aber nicht. Aber man hört ja auch von Städtern, die zahlen für einen Urlaub auf dem Bauernhof... Vielleicht sollte ich meine Klappe halten, damit ich nicht noch Genusssteuer abführen muss, in diesen dunklen Wintermonaten.
Und auch der gemeine Wintersportler ist hier in Bayern weit vertreten. Für mich beschränkt sich Wintersport darauf, mein eingeschneites Fahrzeug auszubuddeln, die Scheiben einigermaßen auf freie Sicht zu trimmen und dann den Wahnsinns-Ride durch Münchens verschneite Strassen zu genießen. Immer dieses Erlebnis voraus, war der Streuwagen schneller als ich? Sollte ich die acht Kilometer in weniger als anderthalb Stunden schaffen? Hat das Auto hinter mir auch daran gedacht, die schicken Winterreifenfelgen aufzuziehen und dieses vor der Vollbremsung??? Man steckt halt nicht wirklich drin!
Ich gehe am 15. Dezember mit Roeland eine Grog trinken. Auf dem Schwabinger Weihnachtsmarkt. Das lässt mich hoffen, auch wenn der Grog bestimmt so teuer ist, dass ich schon wieder am Winter zweifeln möchte...
Jetzt sag mir jemand, was wirklich schön am Winter ist!
Nix für ungut
3 Kommentare:
Don Do, was hast Du denn immer noch gegen den Winter? Endlich kann man wieder ne Pulle Rotwein aufreißen. Oder schmeckt Dir ein schwerer Bordeaux im Sommer? Außerdem kann man ohne schlechtes Gewissen das gesamte Wochenende im Pyjama auf der Couch verbringen weil es draußen schneit und üselig (schreibt man das so?) ist. Voraussetzung ist natürlich ein gut gefüllter Kühlschrank. Und was zum Teufel ist ein "Odel"?
Grüße
The Artist formerly known as Monacosek!
Mein Bester,
Odel wird in einigen Regionen als Synonym für GÜLLE verwendet.
Und Gülle ist, laut Wikipedia, ein Wirtschaftsdünger, der hauptsächlich aus Harn und Kot besteht, je nach Beigabe von Einstreu und Wasser spricht man von Dick- oder Dünngülle, Schwemmmist oder Flüssigmist. Gegenüber der Jauche ist der eigentliche Begriff Gülle ausschließlich auf tierische Exkremente beschränkt, wird aber in Südwestdeutschland und in der Schweiz meist synonym für diese verwendet.
Und ja, Bordeaux schmeckt auch im Sommer :-)
Grüße ins Borussenland
Ein schönes Wort, "Odel" kannte ich noch nicht. Sollte die wirtschaftliche Gülle offiziel ersetzten.
Ne, ne dem Winter kann ich auch nichts wirkliches positives anrechnen!! Gruß aus der Bastid(schön geschrieben!!)
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