Fiel mir gerade so ein. Ich sah mich im Spiegel und dachte: Jawoll, ist wieder Zeit zu gestehen. Ist - glaube ich - das dritte Mal, dass ich hier gestehe. Heute gesteh ich: Ich bin leptosom. Bevor sich jemand Sorgen macht, dass heißt: Lang und dünn. Und mit "dünn" meine ich nicht schlank oder so, nein ich bin dünn. Sagen zumindest immer die Leute. Ich finde mich mal wieder ganz normal. Aber seitdem ich ungefähr 10 Jahre alt war, musste ich es mir immer anhören: "Boah, bist du dünn". Oder: "Du musst echt mal mehr essen".
Ich habe Sanestol gehasst, oder wie hieß dieses andere Zeugs: Ovomaltine. O-V-O-M-A-L-T-I-N-E. Dass war hart! Ich musste es als Kind herunterwürgen und wurde trotzdem nicht dick! Ich blieb dünn, egal was und wieviel ich fraß. Mit Dreißig habe ich dann nochmal einen Versuch unternommen. Da hieß das Zeug "VITASPRINT". Unter uns Leptosomen ein Geheimrezept. Wahrscheinlich bestimmt für Menschen in Rekonvaleszenz, Spitzensportler und für Jan Ulrich! Bei mir hat es wieder nicht angeschlagen. Vielleicht sollte ich Spitzensportler werden. Ich könnte schlucken, was ich wollte, man könnte es nicht nachweisen, denn es schlägt ja nicht an! Dann habe ich mich irgendwann damit abgefunden. OK, du bist dünn. Bis bei mir ein Muskel ensteht, da ist bei einem echten Kerl das Barthaar schon dreimal rasiert worden...
Was mich ein wenig skeptisch macht: Im Jahr 2006 habe ich es noch nicht gehört. Bis jetzt hat mir keiner gesagt, dass ich zu dünn bin. Sollten diese ganzen Doping-Mittel eine Langzeitwirkung haben? Muss ich mir nächstes Jahr die "Brigitte" kaufen?
Nix für ungut
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